Materialschlacht Außenanlagen

Eigentlich ist es ja ein bisschen früh sich zu viele Gedanken über die Außenanlagen zu machen wenn noch gar kein Bagger gerollt ist. Aber vor ein paar Wochen ist mir in der Bücherei ein Buch der Reihe „selbst ist der Mann“ in die Hände gefallen, mit dem Schwerpunkt Außenanlagen.

Mitnehmen kostet nichts und Ahnung haben ist auch nicht verkehrt. Von Anfang an war für uns nämlich das Thema Außenanlagen als Eigenleistung gesetzt. Rasen einsäen und Bäume pflanzen kann jeder, Gartenhaus und Carport aufbauen ist nicht so schwer. Dass man dabei noch Pflastersteine verlegen oder einen Spritzschutz ums Haus anlegen muss, war schon nicht mehr ganz so klar. Für die Kalkulation hatte ich das zwar mal kurz nachgeschlagen was das pro laufendem Meter bzw. Quadratmeter kostet, aber das war es dann auch. Im Hinterkopf schwang noch ein bisschen die Vorstellung mit dass der Bauherr einen Tag Spaß mit dem Minibagger hat und ein paar Mal mit dem Anhänger zum Kieswerk und zum Baumarkt fährt um Material zu holen…

Die Realität könnte nur schwer weiter entfernt sein. Erste Zweifel am Plan kamen als in dem Buch der Unterbau für Pflaster erklärt wurde, mit 30cm Tragschicht und 30cm Frostschutz. Das wäre dann über ein halber Meter. Für eine Einfahrt ist das dann viel mehr als nur ein paar Anhänger voll.

Wer es genau wissen will, kann zum Beispiel den Kiesrechner nutzen. So braucht eine 30qm Einfahrt mit diesem Unterbau 9 cbm Frostschutzkies mit einem Gewicht von ca 15 Tonnen und noch einmal etwa das gleiche für die Tragschicht aus Kies-Sand-Gemisch. Dazu noch eine 5cm dicke Bettungsschicht aus 2,5 Tonnen Split. Über den Daumen gepeilt also 1,1 Tonnen pro Quadratmeter nur für den Unterbau. Uff

Da ist nichts mehr mit selbst fahren, da kommt der große LKW Kipper. Wie oft? Ein 3-Achs-Kipper mit Anhänger schafft etwa 26 Tonnen Nutzlast. Es fahren also 4 Stück für Trag- und Frostschutzschicht und noch einer (ohne Anhänger) für den Split.

Aber da fehlt noch etwas. nämlich die Pflastersteine. Klinkerpflaster lässt sich schon für 120 kg/qm finden, für 8m Betonpflaster das auch mit dem Auto befahrtbar ist, kommt auf etwa 170-180 kg/qm. Da fährt der 40 Tonnen Sattelschlepper fast nur für eine Baustelle. Denn wir werden vermutlich auf etwas mehr als 100qm kommen und in der Rechnung fehlen noch die Randsteine a 40-50 kg pro Stück. Alleine für den Spritzschutz werden wir ca 50m brauchen, dazu noch welche für die Einfahrt. Dann ist der LKW aber vollgeladen…

Die ganzen Materialmengen wollen dann auch auf der Baustelle bewegt und verdichtet werden. Nur mit Schaufel und Schubkarre wird da nicht viel gehen, da braucht es zumindest einen Minibagger, eventuell auch einen Radlader. Jetzt kann man sich vorstellen warum ich bei den Eigenleistungen angedeutet habe, dass ich das Projekt etwas unterschätzt habe…

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