Gartenplanung Teil 5: Pflastern oder nicht pflastern – das ist hier die Frage

Ok, ganz so existenziell wie bei Shakespeare ist es vermutlich nicht…Aber es ist schon eine Sache, die uns die letzte Zeit auf Trab gehalten hat. Die Gartenplanung hat schon einige Iterationen hinter sich, nach dem 08/15 Standardgarten schlug das Pendel voll in Richtung Naturgarten aus. Einen naturnahen Garten wollen wir immer noch, aber so langsam wird der Plan doch wieder etwas gemäßigter.

Worum geht es konkret? Die Frage nach dem Pflaster stellt sich bei der Terrasse eher weniger, die soll natürlich einen richtigen Belag bekommen. Auch für den Weg zum Haus ist relativ klar, dass mit einem Belag befestigt sein soll, der sich leicht reinigen lässt. Von beiden Flächen trägt man sonst einfach sehr viel Dreck ins Haus. Hier ist die Frage eher nach dem Material.

Der Knackpunkt des ganzen Themas ist die Einfahrt und die Fläche unter dem Carport. Unser Grundstück hat zur Straße so einen kleinen Zipfel für die Einfahrt. Wobei der gar nicht so klein ist, wir reden hier von 5,5m Breite und 5 Tiefe. Der Carport 5x6m sind 30qm. Und dazwischen ist noch ein Streifen der beide Teile verbindet. Da kommt schon einiges an Fläche zusammen, so gute 70qm. Deshalb fand ich die Idee aus den Naturgarten-Büchern (das nicht zu pflastern) eigentlich ganz geschickt. Man spart sich die Arbeit fürs Pflaster, bekommt den vom Bebauungsplan vorgeschriebenen sickerfähigen Belag und tut noch was für die Natur.

Mittlerweile bin ich da nicht mehr ganz so begeistert und das hat mehrere Gründe. Erstens spart man weniger als man denkt, denn den Unterbau braucht es ja trotzdem. Zweitens haben wir aktuell bereits eine Einfahrt mit Schotter und jetzt gegen den Herbst sogar mit etwas spontaner Vegetation (böse Zungen nennen das Unkraut). Bei langer Trockenheit ist das etwas staubig und bei Starkregen nicht ganz so sauber wie gedacht. Im Winter ist das mit der Schneeräumung sicherlich auch eher unbequem und im Herbst wird etwaiges Laub klein gefahren, zersetzt sich und wird schlammig. Gut, das ist jetzt eher ein langfristiges Problem, aber trotzdem eines. Ein anderer Punkt ist, dass wir eine gewisse Steigung in der Einfahrt haben werden. Nicht viel, aber auf Pflaster fährt man bequemer an und erzeugt keine Unebenheiten. Unebenheiten wiederrum werden über kurz oder lang Löcher in denen sich das Wasser sammelt. Kurz gesagt, nicht zu pflastern hat eben auch Nachteile.

Der springende Punkt um das Thema Pflaster wieder nach vorne zu bringen, war aber ein anderer. Ich hatte ganz am Anfang mal mit Klinkerpflaster geliebäugelt, das dann aber wieder zurückgestellt. Klinkerpflaster ist hier im Süden einfach nicht so verbreitet. Die Hersteller, die ich damals im Internet gefunden habe, hatten ihre Werke alle in Norddeutschland oder Holland. Bei 800km Strecke schlägt dann alleine der Transport ziemlich auf den Preis. Und die angeschauten Pflasterklinker waren auch nicht unbedingt in der Preisklasse mit der wir ursprünglich geplant haben (Preisfrage: Was passiert wohl mit dem Budget?), also stand in der Kalkulation einfaches Betonpflaster. Dann kam die Sache mit dem Naturgarten und das Pflaster war ganz weg. Und dann half der Zufall. Der Baustoffhändler bei dem wir zur Bemusterung waren, hatte einen Aufsteller mit Klinkerpflaster.

Zu Hause habe ich dann mal danach geschaut und festgestellt, es gibt dort Sonderposten schon ab 15€/qm zuzüglich 8% Energiekostenzuschlag. Also eher so 17€, aber das ist immer noch auf dem Niveau des billigsten Betonpflasters. Gut, die Farbe ist ein bisschen blass und nicht ganz der passende Geschmack, da kommen noch Transportkosten dazu und der günstige Stein ist mit 52mm Dicke am unteren Ende für einen befahrbaren Bereich, aber da war ich wieder angefixt. Interessant auch das Thema Transportkosten. Ob 3 Paletten oder 9 macht bei dem Hersteller keinen großen Unterschied. Überhaupt den LKW schicken kostet Geld.

Also habe ich mir die Preisliste fürs normale Sortiment geben lassen und die waren für Klinkerpflaster okay. Ca 40-45€/qm sind natürlich kein Schnäppchen und absolut nicht mit dem Billigpflaster aus dem Baumarkt in einheitlich Grau vergleichbar. Auf der anderen Seite habe ich mir vor einem Jahr mal eine Ladung Kataloge beim Baustoffhändler geholt. Gut gefallen hätte uns damals zum Beispiel von KANN das La Tierra Acqua Muschelkalk oder Uhl Trisano Havanna. Die liegen dann so im Bereich von ungefähr 35€, also auch nicht unbedingt ein Schnäppchen. Die nuancierten Betonpflaster sehen auf den Bildern ganz gut aus, verlieren die Farbe aber wohl nach ein paar Jahren und werden dann einfach grau. Beim Klinker gibt es das Problem nicht, die altern in Würde.

Neben Beton- und Klinkerpflaster gibt es noch Natursteinpflaster und auch das stand zwischendrin auf der Wunschliste. Zu einem naturnahen Garten passt Naturstein sehr gut. Es gibt dabei nur zwei größere Probleme. Naturstein ist recht teuer. Für Kopfsteinpflaster lässt man leicht 100€/qm liegen und das sind noch die eher günstigen Pflaster. Zum anderen sind die Steine unregelmäßig und entsprechend schwieriger zu verlegen. Beim Betonpflaster sind die einzelnen Steine alle gleich groß. Klinkerpflaster verliert die Maßhaltigkeit beim Brennen ein kleines bisschen, ist aber immer noch in einem Bereich der für Laien gut zu machen ist. Kopfsteinpflaster der Sortierung 8-11cm dagegen hat eben die Bandbreite von 3cm.

Eine Überlegung beim Naturstein waren auch Polygonalplatten, die Idee scheitert auch ein bisschen an der Machbarkeit. Üblicherweise werden die in Mörtel verlegt, dann wackelt da nicht viel. Das passt zum naturnahen Garten aber natürlich nicht. In Splitt lassen sich die Platten auch verlegen, aufgrund der Größe ist das aber nicht trivial und untendrunter sollten die überall gleichmäßig unterstützt werden damit nichts wackelt. Ohnehin ist die Größe das Problem. Naturstein ist schwer und die ganz kleinen Polygonalplatten machen einfach nichts her. Mit entsprechendem Gerät und Erfahrung ist das vermutlich kein Problem, aber für Eigenleistung ist ein maßhaltiges Pflaster, das einfach abgerüttelt werden kann, wohl eher die geeignete Lösung.

Was nun? Um ehrlich zu sein, eine echte Entscheidung gibt es noch nicht. Angefangen habe ich den Artikel schon vor eine Weile, aber manche Entscheidungen sind schwer. Es ist eine Menge Geld und Arbeit involviert und wenn das Pflaster mal bestellt ist, will es auch möglichst vollständig verbaut werden.

Aktuell geht die Tendenz sehr zum Klinkerpflaster und auch Einfahrt und Carport zu pflastern. Nicht pflastern und Blumen-Schotter-Rasen hat seinen Reiz und für den Anhängerplatz werde ich das auf jeden Fall machen. Aber über die Einfahrt müssen wir jeden Tag, selbst, wenn man kein Auto benutzt. Hier wäre es gut, wenn man sauber von der Straße zum Haus kommt. Natürlich ist pflastern teurer als Schotter und Klinkerpflaster teurer als Betonpflaster. Auf der anderen Seite ist das wieder so ein Fall bei dem man zwar die billige Lösung später austauschen könnte, das aber vermutlich wegen Aufwand und Kosten eher nicht machen wird. Und die bessere Lösung ist zwar jetzt teurer, wird uns aber vermutlich überleben. In der Zukunft Geld sparen ist eben auch ein Wert für sich.

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